Die Eurakel sind los…und irgendwie zu bedauern

Die Tiere sind los. Keine einfachen Tiere natürlich. Es sind Elefanten, Otter, Hunde, Möwen, Raben, Affen, Murmeltiere, Esel, Raben und sie verstehen (Überraschung!) etwas von Fußball. Schließlich sind sie „Eurakel“, selbsternannte Nachfolger des legendären „Pulpo Paul“, der bei der WM 2010 den Ausgang aller Spiele der Deutschen richtig getippt hatte und vom großen Diego Maradona zum Hauptverantwortlichen für die 0:4-Niederlage der Argentinier gegen Jogis Jungs abgestempelt wurden.

Kuh Yvonne vor dem Tippabgabe (Foto: dpa)

Kuh Yvonne vor dem Tippabgabe (Foto: dpa)

Für Sachsen gehen anno 2012 die Otter Mörmel und Ferret aus dem Zoo der Minis ins Rennen. Sie tippten im Duell Deutschland vs. Portugal korrekterweise auf die Deutschen. Auch Elefantendame Nelly aus dem Serengeti-Park hatte so getippt, übrigens im Duett mit Sepp Maier. Sie ist ein alter Hase in diesem Geschäft. Schon bei der Frauen-WM war sie im Einsatz und blieb bei den Spielen mit deutsche Beteiligung fehlerfrei. Ebenso sah sie Chelseas Sieg gegen Bayern im Champions-League-Finale voraus. Ein wahrhaft prophetisches Rüsseltier. Sollte sich ihre ganz persönliche Bilanz fortsetzen, sieht es für die deutschen Kicker gegen die Niederlande allerdings finster aus. Denn laut Nelly sind es die Oranjes, die dann die Nase vorn haben.

Während die Tipp-Bedingungen im Serengeti-Park zumindest einigermaßen „objektiv“ daherkommen, wird andernorts unverhohlen auf Manipulation gesetzt. So entschied sich Otto, Redaktionshund und EM-Orakel bei nordbayern.de, in der vergangenen Woche für den deutschen Futternapf. Der war mit leckerer Wurst gefüllt statt mit Thunfisch wie das portugiesische Pendant. Zwischen einem Fußballtor mit Weißwurst und einem mit einer Flasche portugiesischen Rotwein konnte sich Mini-Bulldogge Xaver entscheiden. Im Auftrag von Bayern 1 wählte das Tier völlig unvorhersehbar die (deutsche) Weißwurst. So einfach kann orakeln sein.

Kolkrabe Hucki (Foto: Andreas Döring)

Kolkrabe Hucki (Foto: Andreas Döring)

Schwerer hatte es da Kuh Yvonne. Mit ihrer Flucht vor dem Schlachthof hatte sie hiesige Gazetten mehrere Wochen lang beschäftigt. Schließlich landete die entschlossene Wiederkäuerin auf dem Gnadenhof Gut Aiderbichl. Nun sollte sie tippen und bewies neben wenig Instinkt auch wenig Nationalbewusstsein. Yvonne fraß aus dem portugiesischen Trog. „Blöde Kuh“ musste sie sich im Anschluss von derselben Tageszeitung schimpfen lassen, die sie zuvor in den Eurakel-Himmel gehoben hatte, fast so, als wäre sie schuld, wenn das nix würde mit einem Dreier gegen Christiano Ronaldo und Co. Bloß gut, dass Mario Gomez dann doch noch ein Tor machte.

Übrigens: Kein besonders glückliches Händchen (oder Schnäbelchen) hatte auch Rabe Hucki aus dem Wildpark Connewitz. Der 13-jährige Kolkrabe legte sich als EM-Orakel der LVZ auf ein Unentscheiden zwischen Deutschland und Portugal fest. Ganz klar verbesserungswürdig.

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