Berlinale 2018 – Goldener Bär für intimes Seelen-Drama „Touch Me Not“

Touch Me Not © Manekino Film, Rohfilm, Pink, Agitprop, Les Films de l’Etranger

Der Goldene Bär geht an den herausfordernden und radikalen Film „Touch Me Not“ von der rumänischen Filmemacherin Adina Pintilie. Das intime Beziehungsdrama wird auch als bester Erstlingsfilm ausgezeichnet. Diese Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert, gestiftet von der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten (GWFF) und wird sektionsübergreifend an einen Debütfilm aus den Sektionen Wettbewerb, Panorama, Forum, Generation oder Perspektive Deutsches Kino vergeben. Das Preisgeld teilen sich Regisseur und Produzent des Gewinnerfilms.

„Twarz“ (Gesicht) von Małgorzata Szumowska wird mit dem Großen Preis der Jury und damit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Es ist der zweite silberne Bär für die herausragende polnische Filmemacherin. 2015 wurde sie für ihren Wettbewerbsbeitrag „Body“ als beste Regisseurin ausgezeichnet.

Der Silberne Bär für die Beste Regie geht an Wes Anderson für sein wunderbares Hunde-Gleichnis „Isle of Dogs“. Den Preis nahm stellvertretend für das herausragende Ensemble Bill Murray (Boss) entgegen.

Isle of Dogs | Isle of Dogs – Ataris Reise © 2017 Twentieth Century Fox

Der Silberne Bär Alfred-Bauer-Preis für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet, geht an Marcelo Martinessi für „Las herederas“ (Die Erbinnen). Ein weiterer Silberne Bär geht an Ana Brun als beste Darstellerin in dem Frauendrama aus Paraguay.

Der Silberne Bär für den besten Darsteller geht an Anthony Bajon für seine sensible Darstellung des drogenabhängigen Tomas im französischen Wettbewerbsbeitrag „La prière“ (Das Gebet).

Der Silberne Bär für das Beste Drehbuch geht an Manuel Alcalá und Alonso Ruizpalacios für „Museo“ (Museum).

Der Silberne Bär für eine herausragende künstlerische Leistung aus den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set-Design geht an Elena Okopnaya für Kostüm und Set-Design im russischen Wettbewerbsbeitrag „Dovlatov“.

Dovlatov © SAGa

„Waldheims Walzer“ von der österreichischen Filmemacherin Ruth Beckermann wird mit dem Glashütte Original Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert.

Der hoch gehandelte deutsche Wettbewerbsbeitrag „In den Gängen“ vom Leipziger Duo Thomas Stuber und Clemens Meyer geht überraschend vollkommen leer aus.

Bären für die besten Kurzfilme

Der Goldene Bär in der Sektion “Berlinale Shorts” geht an Ines Moldavsky für „The Men Behind the Wall“. Der Kurzfilm „Imfura“ von Samuel Ishimwe wird mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Der Audi-Kurzfilmpreis, dotiert mit 20.000 Euro, geht in diesem Jahr an Réka Bucsi für den animierten Kurzfilm „Solar Walk“.

Das war’s! Mit den Entscheidungen der Jurys endet die 68. Berlinale. Freuen wir uns ab sofort auf den Februar 2019.

2 Gedanken zu “Berlinale 2018 – Goldener Bär für intimes Seelen-Drama „Touch Me Not“

  1. Normalo

    Unglaublich dieser Schwachsinn! Mindestens abartig sexuell oder drogensüchtig. Oder für unterbelichtete Juroren Zeichentrick. Der beste Film „In den Gängen“ geht leer aus? Was soll dieser Blödsinn „Berlinale“ eigentlich? Die Berlinale ist genau das wonach sie klingt: keine Konfitüre sondern der zusammengeschüttet Rest eben Marmelade…

  2. Catrina C.

    Es ist ein streitbarer Entscheid, fürwahr. Aber einer, der Diskussionen herausfordert. Und das ist gut so. – «Touch me not» wurde übrigens auch in Leipzig und Halle gedreht. Mit Rohfilm ist eine Leipziger Produktionsfirma Koproduzentin. Und mit Dirk Lange und Annett Sawallisch (beide Schauspiel Leipzig) sind auch hiesige Schauspieler daran beteiligt. Herzlichen Glückwunsch!

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