Berlinale 2018 – Männer sind Schweine

Von Säufern und einem Filmemacher am Rande des Nervenzusammenbruchs. Tag der redseligen Schmerzensmänner im Wettbewerb der Berlinale.

Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot. © 2018 AMAZON CONTENT SERVICES LLC / Scott Patrick Green

Trink Wasser!

John Callahan (Joaquin Phoenix) ist ein Säufer. Nach einer seiner Touren wacht er querschnittsgelähmt im Krankenhaus wieder auf. Er hat die Kontrolle über alle wesentlichen Körperfunktionen verloren, saufen geht aber immer noch. Auf den ersten Tiefpunkt folgt ein weiterer und noch einer und noch einer.

In einem Meeting der Anonymen Alkoholiker lernt er Edel-Hippie Donny (Jonah Hill) kennen. Mit seiner Unterstützung steigt er in das 12-Schritte-Programm der AA ein. Teil seiner Genesung ist das Zeichnen schräger Cartoons.

Gus van Sant hat mit “Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot” (Don’t worry, weglaufen geht nicht) John Callahans gleichnamige Autobiographie verfilmt. Ein AA-Meeting in Überlänge, das sich geduldig an jedem einzelnen Schritt abarbeitet. Der rauschebärtige Jonah Hill spielt dabei den bräsigen Joaquin Phoenix ein ums andere Mal mit humorvoller Leichtigkeit und blondem Longbob an die Wand.

Ein Film über Genesung, Dankbarkeit, Vergebung und die nächsten 24 Stunden ohne einen Drink.

Willkommen in der Filmhölle

Regisseur Hasan hat richtig schlechte Laune. Nicht genug, dass das iranische Regime ihn mit einem Arbeitsverbot belegt hat, jetzt schnapp ihm auch noch sein Erzfeind die Ex-Geliebte, die Crew und seine Produzentin weg.

Seine Mutter wird verrückt, die Tochter will aus dem Haus und die Ehefrau macht Stress. Außerdem köpft ein Killer mit Schweinemaske Filmemacher. Aber nicht einmal der interessiert sich noch für ihn.

Dann fällt der Verdacht auf Hasan. In den sozialen Netzwerken wird die Jagd auf ihn eröffnet. AC/DC-Fan Hasan muss sich etwas einfallen lassen.

Khook | Pig | Schwein Foto: Berlinale

Der iranische Schauspieler und Filmemacher Mani Haghighi ist mit “Khook” (Schwein) nach 2016 erneut zu Gast im Internationalen Wettbewerb der Berlinale. Nach munterem Beginn und vielversprechendem Sound entgleiten Haghighi sämtliche Handlungsfäden um seinen üppig behaarten Regisseur am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Auch hier treibt wieder einer Schindluder mit der Lebenszeit seiner Zuschauer.

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