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Schreiben für eine bessere Welt

Ein „Magazin für das Gute Leben“ – nicht mehr und nicht weniger möchte die junge Zeitschrift transform für ihre Leser sein. Seit Kurzem gibt es die bunten Hefte auch bei uns im STARTER SPACE. Mit manchmal kritischen, öfter lustigen und immer nachdenklichen Artikeln wollen die Autoren des Magazins uns anstiften und inspirieren. Schließlich nützen die schönsten Ideen und Ideale nur so viel, wie wir ihnen praktische Konsequenzen folgen lassen. Auch mich beschäftigt dieses Thema sehr. Im Moment lebe ich mein kleines, gemütliches, hedonistisches Leipzig-Leben. Aber wie schön wäre es doch, irgendwie, irgendwann einen wirklich entscheidenden, positiven Fußabdruck in der Welt zu hinterlassen! Richard Kaufmann aus Leipzig hat den ersten Schritt in diese Richtung bereits getan und gemeinsam mit Freunden das Magazin transform ins Leben gerufen. Was genau dahinter steckt, erfahrt ihr in unserem Interview.

Richard, bei startklar interessieren uns immer Gründer und Produkt. Inwiefern findest du dich selbst im transform Magazin wieder? Welche Gemeinsamkeiten siehst du?

Wir sehen beide gut aus!

Haha

Wir versuchen, witzig zu sein und kommen gern mit allen Leuten ins Gespräch, egal, welchen Hintergrund sie haben.

Könntest du für die Leser, die das transform Magazin noch nicht kennen, mal kurz berichten, worum es bei euch genau geht?

Das transform Magazin beschäftigt sich im Großen und Ganzen mit dem Leben, wie es aussehen könnte, wenn wir alle etwas weniger verbrauchen. Uns ist aufgefallen, dass diese Debatte von den Ökos und von den Linken immer sehr moralisch geführt wird – vorwurfsvoll und in immer nur eine Richtung zeigend. Also haben wir uns gesagt, das muss man mal so ein bisschen aus dieser müden Ecke rausholen.

Eure Ausgaben haben immer einen thematischen Schwerpunkt. Gab es für dich ein Lieblingsthema, das dich auch persönlich besonders mitreißt?

Mein Lieblingsthema war „Arbeit und Faulenzen“. Aus meiner Sicht ist das ein Thema, das alle sehr stark beschäftigt. Das haben wir auch daran gemerkt, dass die Resonanz unglaublich groß war. Ebenfalls im Kontext der Frage, wie das Nachhaltigkeitskonzept und die sogenannte Postwachstumstheorie greifbarer gemacht werden können. Stichworte: weniger verbrauchen, weniger produzieren, weniger arbeiten, mehr Zeit zum Spaßhaben.

Bei der Gestaltung gibt es zudem ein paar Besonderheiten.

Ja, es war uns wichtig, dass das Heft gut aussieht. Wir versuchen, diese schweren Inhalte nicht nur schön zu schreiben und zugänglich zu machen. Beim Layout achten wir ganz besonders darauf, dass es Lust erzeugt, da tiefer reinzugehen – das Heft in die Hand zu nehmen und dann im Text auch weiterzulesen. Deshalb verwenden wir zum Beispiel viel White Space und schöne Illustrationen.

Ich habe gesehen, dass ihr komplett auf Werbung verzichtet.

Keine Werbung – das war uns sehr wichtig, weil wir ja auch sagen: „Hey, hör auf so viel zu kaufen, denn das ist nicht das, was dich glücklich macht!“ Dafür zeigen wir ganz viele Alternativen zum Konsumieren.

Ihr finanziert euren Druck über Crowdfunding. Wie seid ihr darauf gekommen? Ist das auch ein wenig eine Reaktion auf die Krise, in der viele Printmedien stecken?

Uns erschien das Crowdfunding einfach als eine sehr gute Methode, um die Kosten, die wir beim Druck haben, zu finanzieren. Die Vorbestellung so öffentlich zu machen und den Inhalt zu pitchen war gerade am Anfang wichtig. Es hat sich dann allerdings gezeigt, dass eigentlich jede neue Ausgabe diesen Prozess gut verträgt.

Im Moment wird viel über das Thema Presse und Glaubwürdigkeit diskutiert. Wie geht ihr damit um? Wie kontrolliert ihr die Qualität eurer Beiträge?

Wir versuchen uns sehr stark mit der Qualität auseinanderzusetzen. Natürlich werden alle Quellen geprüft – sogar mehrfach. Gerade jetzt ist die Debatte weiter angeheizt durch das ganze Thema der sogenannten „Fake News“. Da versuchen wir schon ranzugehen, aber uns auch nicht zu sehr davon einnehmen zu lassen. Ich persönlich denke und hoffe, dass das wieder vorbei gehen wird. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch berechtigte Medienkritik. Da sind die Verlage und Redaktionen vielleicht einfach gefragt, ihre Arbeit transparenter zu machen.

Habt ihr so etwas wie einen politischen Leitfaden?

Wir haben darüber diskutiert, ob wir sowas brauchen. Im Endeffekt versuchen wir, den Autoren doch einen ziemlich großen Freiraum zu geben und ein breites Spektrum an Sichtweisen abzubilden. Das ist natürlich nicht in alle Richtungen unbegrenzt offen.

Und gab es denn schon mal einen Artikel, der richtig für Furore gesorgt hat?

Es gab schon Diskussionen, aber eben bei den üblichen Themen, bei denen viele Leute hinter dem Ofen hervorkommen, z.B. Feminismus und Gendertheorien. Große nationale Debatten haben wir noch nicht ausgelöst. Aber das ist unser Ziel!

Ihr habt selbst Ambitionen, zu schreiben? Dann könnt ihr der Redaktion des transform Magazins eure Beiträge als Vorschlag einreichen! Wer weiß, vielleicht gibt es demnächst sogar eine Ausgabe mit eurem Artikel bei uns im STARTER  SPACE zu kaufen.

2 Comments

  1. Danke für den interessanten Einblick. Ich habe gelesen, dass der Druck über Crowdfunding finanziert wird. Wer bezahlt die Arbeitsleistung?

    Gibt es Anleihen zu den Krautreportern?

    LG René

  2. Hallo René,

    wenn das Heft fertig geschrieben ist, präsentieren wir das Thema online und Interessierte können das Heft versandkostenfrei vorbestellen. Damit wird der Druck finanziert.

    Die Auflage ist natürlich deutlich höher als die Summe der Vorbestellungen. transform erscheint anschließend im Bahnhofshandel und wird online über die eigene Webseite http://www.transform-magazin.de vertrieben.

    Durch die daraus entstehenden Einnahmen werden letztlich auch die Mitwirkenden bezahlt. Alle AutorInnen und IllustratorInnen verstehen sich trotz der Honorare aber als Ehrenamtliche. Durch den Verzicht auf Werbung und die immer noch vergleichweise niedrige Auflage lassen sich keine marktüblichen Beträge auszahlen. Wir arbeiten auf das Ziel zu, das trotz unserer eher unüblichen Heransgehensweise hinzukriegen. Ohne die Ideale über Bord zu werfen.

    Grüße
    Richard

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