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Unterwegs in virtuellen Welten

Jungunternehmer Konstantin Fichtner entführt Leipziger in die Virtual Reality

Ein leckeres Eis, mein aktueller Lieblingssong und das kuschelige Sofa auf meinem Balkon reichen mir eigentlich schon, um mich kurz mal komplett aus allem rauszunehmen. Realitätsflucht auf einem ganz anderen Niveau betreibt Konstantin Fichtner von fsociety. Als erster Unternehmer in Leipzig hat er das Thema Virtual Reality für sich als Geschäftsmodell entdeckt. In seinem Laden auf der Karl-Liebknecht-Straße können Leipziger jetzt ausprobieren, wie es sich anfühlt, per HTC Vive durch künstliche Landschaften zu spazieren. In den Tiefen des Ozeans auf Entdeckungsreise gehen, durch selbst gemalte Gemälde klettern oder die eigenen Fähigkeiten beim virtuellen Bogenschießen trainieren – obwohl die Technologie noch in den Kinderschuhen steckt, sind die Möglichkeiten bereits beeindruckend. Für startklar habe ich mich mit Konstantin getroffen und eine faszinierende neue Welt entdeckt.

Konstantin, nicht nur in Leipzig, sondern in ganz Mitteldeutschland warst du der Erste, der einen eigenen Laden für Reisen in virtuelle Realitäten eröffnet hat. Wie kam es dazu überhaupt?

Ich war in den Neunzigern ein Nintendo-Kind. Auch meine Eltern haben das geliebt. Damals haben wir schon viele Filme zum Thema Virtual Reality gesehen. Heute, 20 Jahre später, ist die Technologie nun soweit. Ich habe bei XMG den Prototypen der ersten VR-Brille von der HTC Vive ausprobiert und nachdem wir dort vier Stunden lang ein Spiel gespielt haben, war klar: Wir müssen in Leipzig so einen Laden aufmachen.

Was hat dich damals besonders begeistert?

Faszinierend ist, dass du wirklich in diese Welt eintauchst, dieses Gefühl, dass du dich dort bewegen kannst: 360 Grad gucken, nach oben, nach unten, nach links, nach rechts. Es ist schwer zu beschreiben, man muss es einfach mal ausprobieren. Du bist ja tatsächlich komplett drin in der anderen Realität.

Und wenn ich meinen Freund mitnehme, kann ich dann auch mit ihm zusammen in der Virtual Reality sein?

Das wird in der Zukunft auf jeden Fall so kommen. Im Moment gibt es noch nicht ganz so viele Kooperations-Spiele, wo man sich direkt im Raum auch sieht.

Das wäre ja eine schöne Aktivität, sowas mal zu zweit auszuprobieren.

Ja, ich habe so viele Pärchen schon bei mir im Laden gehabt. Man kann auch Spiele zeitgleich anmachen, dann fühlt es sich an, als ob der andere dort mit dir zusammen wäre. Man kann sich unterhalten, während man die Erfahrung macht – da spürt man schon eine Verbundenheit.

Es gibt ja auch Kritikpunkte an dieser neuen Technologie. Welche sind das aus deiner Sicht und wie schaffst du es, sie zu entkräften?

Ein Kritikpunkt ist, dass es heißt, den Leuten wird schlecht. Das liegt aber daran, dass die höchstwahrscheinlich so eine Handybrille aufhatten, über die man sich ebenfalls Virtual Reality anschauen kann. Das ist aber Mist. Man kann die Augen nicht richtig anpassen und daher die Übelkeit. Dem Image von VR hat das ziemlich geschadet. Bei unseren hochwertigen Brillen kann ich nur sagen: Bisher hatte ich nicht einen Kunden, dem schlecht geworden ist.

Ansonsten habe ich mal gehört, dass es in virtuellen Welten, in denen mehrere Spieler sich treffen, zu sexuellen Übergriffen gekommen ist. Sowas gibt’s bei mir natürlich überhaupt nicht. Da passen wir auf.

Wie passt ihr auf, seid ihr dann dort mit unterwegs?

Wir sind immer mit dabei. Besonders in der ersten Stunde übernehmen wir komplett die Kontrolle und führen unsere Teilnehmer in aller Ruhe ein.

Wie ist das eigentlich für dich selbst. Du bist ja bestimmt sehr viel in der virtuellen Realität unterwegs. Magst du die normale Realität eigentlich noch?

Ja, das höre ich oft. Ich bin da sehr gefestigt. Bei ersten Mal ist es schon krass. Wenn man dann die Brille nach 30 Minuten absetzt ist da schon ein Wow-Effekt. Man hat sich schon so sehr daran gewöhnt, irgendwo anders zu sein und dann ist man plötzlich wieder hier. Das ist krass. Aber es geht ganz schnell, dass das alltäglich wird. Irgendwann wird es ganz normal.

Findest du es gut, dass du jemand anderes sein kannst in der Virtual Reality? Siehst du das auch als kleine Flucht aus der normalen Welt?

Also, seitdem ich Computer spiele, bin ich in anderen Welten unterwegs, das heißt nicht, dass ich der Realität entfliehen muss. Wenn ich Super Nintendo gespielt habe und dort Mario bin, war ich halt auch Mario in dem Moment, sozusagen.

Also, da stehst du darauf?

(Lacht) Ja, da stehe ich drauf! Klar, stehe ich darauf. Aber das ist ja keine Realitätsflucht!

Schon klar, erwischt!

Ich stehe darauf.

Wenn ihr auch darauf steht, könnt ihr euch Gutscheine für die fsociety im STARTER SPACE in den Höfen am Brühl besorgen, um ausgiebig in Konstantins Laden mit 6 VR-Flächen in drei Räumen zu spielen. Der perfekte Plan, um an verregneten Sommertagen nicht zuhause rumzusitzen, sondern einfach mal etwas ganz Neues auszuprobieren!

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