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Vitamin B für Startups

Zu Besuch bei der Accelerate Conference 2017 an der HHL

Nachdem ich euch mit Rothöll, Pappenheimer und Lifetree bereits einige junge Leipziger Unternehmer präsentiert habe, nehme ich euch heute mit zu einem Event, das gerade in puncto Vitamin B die allerbesten Vorrausetzungen bietet. Durch die HHL Leipzig Graduate School of Management haben wir eine der renommiertesten Privatunis Deutschlands direkt in unserer Stadt. Einige Alumni gehören zu den bekanntesten deutschen Gründern. Andere besetzen wichtige Posten in Konzernen oder Beratungsfirmen. Die spannenden Kontakte, die dadurch entstehen, nutzt die Hochschule bei der jährlichen Accelerate Conference. Am vergangenen Wochenende traf sich hier eine Runde, die so in Leipzig sonst nicht zusammenkommt: bekannte Unternehmer, finanzkräftige Investoren, aber auch ganz normale Studenten und Startups. Als Bloggerin war ich mit dabei und habe viele interessante Eindrücke und Tipps für euch gesammelt.

Befreie den Unternehmer in dir – „Unleash your inner Entrepreneur“ – lautete das Motto der  diesjährigen Accelerate. Entsprechend hochmotiviert und bestens gelaunt eröffnete Rektor Pinkwart die Konferenz. Als ehemaliger Unternehmer erhielt danach FDP-Chef Christian Lindner das Wort. Per Video-Übertragung appellierte der Schirmherr an alle Gründer, sich von anfänglichen Rückschlägen keinesfalls entmutigen zu lassen: „Wer erfolgreich ist, verdient Anerkennung und Respekt. Wer nicht erfolgreich ist, der verdient eine nächste Chance!“

Seine Chance genutzt hat der nächste Sprecher definitiv. Als Gründer von Spreadshirt, Mitgründer bei Studivz und Partner beim Risiko-Kapital-Geber Team Europe Ventures lebt Lukasz Gadowski, wovon viele träumen: er ist frei, sich den Dingen zu widmen, die ihn wirklich interessieren. Anstatt einen klassischen Vortrag zu halten, überrascht er uns dann auch entgegen aller Erwartungen mit Künstlerschal und Improvisationstalent.

Lukasz Gadowski, HHL-Alumni und Team Europe Ventures Investor, zitiert Victor Hugo: „Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“

Scheinbar spontan und nur mithilfe der Google-Bilder-Suche sowie Youtube erhielten wir eine kleine Führung durch Lukasz aktuelle Lieblingsthemen: darunter Volocopter, die vielleicht bald die Luftfahrt revolutionieren, intelligente Rollatoren in der alternden Gesellschaft und „Drawing on the Right Side of the Brain“.

Inspirierend, durchaus witzig und auf jeden Fall ziemlich provokant. – Für Diskussionsstoff war nun vorgesorgt.

Trotzdem bot der erste Tag der Accelerate Conference noch viele andere spannende Höhepunkte. So trafen unter dem Motto „Industry Clash“ Lorenz Jüngling COO von der Direktbank N26 und Ulrich Coenen, Managing Director der Commerzbank, aufeinander und bewiesen, dass der Austausch zwischen etablierten Firmen und innovativen Konkurrenten eine echte Bereicherung für beide Seiten sein kann. – Für Unternehmer und Studenten im Publikum eine gute Gelegenheit, auszuloten, welche Perspektiven ihnen die Strukturen und Angebote in den unterschiedlichen Banken bieten.

Lorenz Jüngling, COO bei N26 Bank: „Die HHL hat immer sehr gute Entrepreneur-Persönlichkeiten hervorgebracht, sehr gute Studenten, die wir gern für unseren Business-Bereich nehmen.“

Nach einer kleinen Mittagspause mit Hotdogs, Karrieremesse und informellem Networking stand dann die wissenschaftliche Perspektive auf das Thema Unternehmertum im Mittelpunkt.

Für mich besonders interessant: Nur etwa 13 Prozent der Startup-Gründer sind Frauen. In Deutschland ebenso wie im Silicon Valley in den USA. Seine persönliche Theorie, warum das so ist, wollte Prof. Sven Ripsas von der Berlin School of Economics and Law in großer Runde aber lieber nicht verraten. Eure Gedanken dazu könnt ihr natürlich gern unter diesem Blogartikel teilen.

Ein weiteres Highlight lieferte „Pitch-Doctor“ Christoph Sollich. Ihr möchtet wissen, wie ihr potentielle Investoren und Partner mit einem Kurzvortrag von eurer Geschäftsidee überzeugt? Dann schaut euch auf Youtube unbedingt mal das Video an, in dem er die Stadt Berlin zum Spaß als Startup präsentiert.

Die perfekte Gelegenheit, mehr über die anderen Teilnehmer zu erfahren, bot das gemeinsame Barbecue am frühen Abend. „Wie ist es, in Leipzig zu gründen? Welche Chancen bietet die Stadt, wo seht ihr noch Probleme?“ fragte ich alte Freunde und neue Bekanntschaften aus der Startupszene.

Am nächsten Morgen gehörte schließlich erfolgreichen Jungunternehmern die Bühne. Mit dabei: Stephan Schleuss, Mitgründern und Geschäftsführer von Wundercurves; Pia Poppenreiter, CEO und Mitgründerin von Ohlala; Annemarie Heyl, Mitgründerin von Kale&Me und Cornelius Frey, Mitgründer von Opinary.

Erstaunlich offen wurden auch negative Erfahrungen zur Sprache gebracht. Die besten Tipps der Vier: Nicht nur über Ideen reden, sondern anpacken. Nicht nur arbeiten, sondern rausgehen und Leute kennenlernen. Investoren nur soweit in Boot holen, wie es wirklich nötig ist. Und bei der gemeinsamen Gründung mit Freunden darauf achten, dass man sich nicht nur gut versteht, sondern auch produktiv miteinander arbeiten kann.

Wer durch eine Vorauswahl kam, konnte am Nachmittag zum Speed-Dating mit Investoren gehen. Ich begleitete hier Maximilian May, der bereits während seines Studiums an der HHL vor drei Jahren den gesunden Energy-Drink substanz entwickelt hat und diesen inzwischen online sowie in Shops vertreibt. Ob diesmal ein passender Investor für Max dabei war, wird sich erst noch zeigen. Ein positives Resümee zieht er trotzdem schon.

Maximilian May von Substanz: „Die Accelerate bietet für mich eine gute Symbiose, hier ist meine Zielgruppe, aber auch Leute, die ich für substanz suche, die Gründerspirit haben, gleichzeitig innovativ sind und viel erreichen wollen.“

Am Ende des Tages wurden im Pitch-Contest schließlich diejenigen Gründer gekürt, die Publikum und Investoren mit ihren Ideen und Präsentationen am besten überzeugten. Freuen durften sich das Team mit der App easyOn und das Startup crowdheroes.

Mit vielen neuen Eindrücken und Kontakten trete ich schließlich den Heimweg an. Für mich hat sich der Besuch der Accelerate 2017 auf jeden Fall gelohnt. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und war sogar etwas überrascht darüber, wie locker und freundlich die Atmosphäre an der HHL inzwischen ist. Ein letztes Gespräch mit Silvana Gagu, HHL Studentin aus Rumänien und Mitglied im Orga-Team, bestätigt, wie viel Zeit und Engagement hinter den Kulissen tatsächlich nötig waren.

Silvana Gagu, HHL-Studenten: „Bei der Vorbereitung ging es uns wirklich um jedes kleine Detail, ich hoffe, unsere Besucher wissen das auch zu schätzen.“

Wer jetzt Lust auf mehr Networking verspürt, hat dazu schon in Kürze Gelegenheit. Am 11. und 12. Mai findet in Leipzig die Startup-Safary statt. Zwei Tage lang könnt ihr junge Unternehmen, Investoren, Inkabutoren und Coworking-Spaces kennenlernen. Mehr Infos und Tickets erhaltet ihr hier.

 

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