Ein Hoch auf das Beet

Bei schönem Wetter soll man reisen – oder in einer grünen Oase verweilen: Querfeldein fahre ich in dieser Woche Richtung Markranstädt, um mir das Gartenparadies von Martina und Andreas anzuschauen. Das Ehepaar bewirtschaftet eine über 2000 Quadratmeter große Parzelle, die sie vor drei Jahren von den Schwiegereltern übernommen hat. Die Vorbesitzer hatten noch jede Menge Gemüse angebaut, heute gedeihen hier viele Blumen und Sträucher. „Das Gemüse kaufen wir jetzt im Supermarkt. Wir wollen keine Sklaven unseres Gartens sein“, betont das Ehepaar. Ihren Hauptwohnsitz haben die beiden fast 60-Jährigen in Leipzig. Während er noch ein paar Jährchen arbeiten muss, genießt sie bereits ihren Vorruhestand.

Drei große Eichen im Garten

Das Grundstück liegt mitten in einem kleinen Wäldchen, versteckt und weitab vom Straßenlärm. Hierher verirren sich nur Fuchs und Hase – und ein paar Vögelchen. Ihr Futter liefert ein Walnussbaum, Insekten und Spinnen, aber auch Eichhörnchen flitzen ab und an über den Rasen. Der Naturliebhaber hat ihnen ein Gefäß gebaut, das an der 100 Jahre alten Eiche hängt und immer ein paar Nüsse für die putzigen Tierchen bereithält.

 

Das unterkellerte Gartenhaus mit einer Wohnfläche von 40 Quadratmetern bietet den Bewohnern Unterschlupf bei Regen und Kälte, aber auch ein Dach überm Kopf, wenn sie mal ein paar Tage abschalten und dem Großstadttrubel entkommen wollen. Neben einer kleinen Kochnische, einem Bad mit Warmwasserboiler, Toilette und elektrischer Heizung, gibt es auch ein Schlaf- und ein Wohnzimmer. Die nostalgischen Möbel stammen von den Schwiegereltern, das TV-Sideboard mit den weißen, versetzten Steinen hat der erwachsene Sohn gebaut. „Wenn es uns am Abend zu kalt wird, kacheln wir“, sagt die zweifache Mutter, lacht, und meint damit das Anheizen des Kachelofens in der guten Stube.

Unterm Dach in 360 Grad

 

Spiegelei mit Zwiebeln

Beim Rundgang durch den Garten scheint die Sonne auf den Blumenteppich – die Mini-Rhododendron neben den japanischen Azaleen und tränenden Herzen. Attraktiv sind auch die Spiegelei-Blumen, deren heitere Blüten eine leuchtend gelbe Mitte haben und ihre Köpfchen zum Himmel recken. Unter einer Gaze wachsen leckere Heidelbeeren und die selbstgebauten Hochbeete sind der Hingucker. „Der Boden ist sehr lehmig und schwer, deshalb haben wir Hochbeete gebaut, damit auch ein paar Erdbeeren und Zwiebeln wachsen können“, erzählt Martina. Alles was auf Balkonien in der Stadtwohnung nicht blüht, nimmt sie mit aufs „Land“ und versucht ihr Glück aufs Neue. In den kalten Jahreszeiten kommen alle nicht winterfesten Blumen und Pflanzen in den Keller, damit es im Frühjahr wieder grünt im eigenen Garten-Reich.

4 Gedanken zu “Ein Hoch auf das Beet

  1. Astrid

    Du und dein Garten!
    2000 Quadratmeter Garten mit 40 qm Gartenhaus? Das ist ja eher ein Wochenendgrundstück. Früher (DDR) liebevoll Datsche genannt. Da ist man trotzdem Sklave seines Gartens, auch wenn das Gemüse im Supermarkt gekauft wird! Respekt vor der vielen Arbeit, meins wäre es nicht. Leider nur ein Bild vom Wohnraum. Schade!
    Alles Gute für die Besitzer der grünen Oase und weiterhin viel Spaß beim Gärtnern.

  2. Torsten

    Ein echter Naturliebhaber hätte statt Koniferen heimische Hecken und Büsche, die als Nahrungsquelle und Unterschlupf für Vögel und Insekten dienen, im Garten. Desweiteren wäre der Rasen nicht „gepflegt“, also kurz geschoren, sondern mit blühenden Wildkräitern bestanden, als Nahrungsquelle für Insekten, wie z.B. Bienen.

  3. Horst

    Wie übernimmt denn ein Ehepaar etwas von den Schwiegereltern? Gibt es da noch weitere Eheleute?

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