Steffen im Porträt

In dieser Woche bin ich im Südwesten Leipzigs unterwegs, im grünen Stadtteil Kleinzschocher. Seit zwölf Jahren wohnt Steffen (55) hier in einem ruhigen Hinterhaus aus den 1970er-Jahren. Seine Wohnung im zweiten Stock ist klein, aber fein – ganze 40 Quadratmeter verteilt auf ein großes Zimmer, ein kleines Bad und eine bunte Küche im Kleinformat. Dafür entschädigt ein rund vier Meter langer Balkon mit Holzgeländer und Blick in den begrünten Innenhof: „Im Sommer, wenn mich meine Freundin besucht, haben wir hier viel Platz zum Sonnen und Relaxen“, schwärmt der gebürtige Leipziger.

Architektur, Asien und Bono

Während sich im dunklen Flur der Single-Wohnung nur eine Person aufhalten kann, ist das Wohnzimmer groß, hell und mit vielen Sitzmöglichkeiten ausgestattet. Passend zur grauen XXL-Couch hat sich Steffen für ein paar edle Velourtapeten-Streifen in Grau-Schwarz entschieden. Die setzen Akzente und unterstreichen zudem seine an den Wänden aufgehängten Fotografien.


Seit vielen Jahren zieht der gelernte technische Zeichner mit der Kamera durch die Gegend – er mag es, Architektur fotografisch in Szene zu setzen – wie das Eingangsportal des Leipziger Hauptbahnhofes oder die Stahlkonstruktion im Petersbogen. Und auch das Postkartenmotiv des Leipziger Opernhauses an der Wand neben seinem Schreibtisch ist ihm ans Herz gewachsen. Genau wie die nostalgischen Blechschilder in seiner rot-grünen Mini-Küche, in der vor allem thailändisch gekocht wird.

„Bei einer Asien-Reise sind wir auf den Geschmack gekommen. Weil es hier allerdings so eng ist, habe ich eine Pfanne schon an die Decke hängen müssen. Weitere werden folgen…“, sagt Steffen verschmitzt. Wenn der Hausherr weder am Herd noch hinter der Kamera steht, hört er vor allem die Musik seiner Lieblingsband U2. Fünf Deutschlandkonzerte hat er schon besucht, sein Traum ist es allerdings, einmal nach Irland zu reisen, in die Heimat von Front-Sänger Bono.

360-Grad-Panorama


Der Mittfünfziger beschäftigt sich seit fast zehn Jahren mit Fotografie. Voller Stolz denkt er an seine allererste Ausstellung in Leipzig unter dem Titel „AnsichtsSache“ zurück. Das war 2011 und stellte eine Art Aufarbeitung mit seiner eigenen schweren Krankheit dar. Ganz wichtig für ihn auch heute: Ein Ziel vor Augen zu haben!

Einzigartiges aus Kuba

Die nächste Vernissage mit Arbeiten von seinem dreiwöchigen Kuba-Aufenthalt findet am 25. Januar 2018 auf der Palliativstation im Universitätsklinikum Leipzig statt. Das Thema der Ausstellung lautet „Havanna – Bilder einer einst schillernden Metropole“. Schon mal vormerken, sagt Hobbyfotograf Steffen und schnappt sich seine Kamera, um noch eine Runde durchs nahe „Küchenholz“ zu drehen.

2 Gedanken zu “Steffen im Porträt

  1. Carmen von Kickerling

    Klein aber fein. Große Wohnungen werden oft nicht gelebt. Hier hat es den Eindruck, die 40qm warden wirklich genutzt. Sieht gemütlich aus. Passt.

  2. Klaus-Peter John

    Auch ich hatte das Glück Steffen zu besuchen zu können. Natürlich um entsprechend eine Ausstellung zusammenzustellen. Wichtig ist mir immer die ganz persönliche Beziehung zu den Menschen mit denen ich zusammenarbeite. Das möge manchen altmodisch erscheinen ist allerdings die einzig vernünftige Zukunft.
    Habe mich dort auch sehr wohlgefühlt. Die Wohnung ist ganz authentisch für Steffen wie ich ihn kenne. Wenn es mit Irland klappt wird Bono ihm sicher den einen und anderen Quadratmeter abgeben

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