Vintage in der guten Stube

Mitten im Herzen von Leipzig haben Veronika und Felix vor fünf Jahren ein gemütliches Heim gefunden: Altbau, Erdgeschoss, 70 Quadratmeter in zentraler Lage und ein bisschen Grün hinterm Haus. Ein Glückstreffer – im Kolonnadenviertel! Die zweijährige Tochter begrüßt mich mit einem schüchternen Lächeln, aber schon kurz darauf führt mich Hanna in ihr Kinderzimmer mit Himmelbett und allerhand Spielsachen. Die tierischen Mitbewohner, Katze Katinka und Kater Karlsson, sind Freigänger und nur die Miezekätzin lässt sich fürs Foto blicken.

DIY-Lampen

Klein-Mia, die erst vor drei Wochen zur Welt gekommen ist, liegt ganz entspannt im Arm von Vroni. Papa Felix (30) ist während meines Hausbesuchs im Job eingespannt. Der gebürtige Thüringer bewirtet seine Gäste im Café „süß + salzig“ in Lindenau mit hausgemachtem Kuchen und Leckereien wie Aufläufe und MerseBurger. Echt drollig: Das Arbeits-Domizil im Leipziger Westen ähnelt dem heimeligen Zuhause nahe der Innenstadt. Die Einrichtung ist eher schlicht, die Lampen aus bunten Plastik-Nudelsieben hat Vroni selbst designt – der Witz steckt im Detail. „Schon als Kind habe ich bei meiner Omi Wohnzeitschriften angesehen. Auch bei meinen Eltern konnte ich mir vieles abschauen und habe ein Gespür fürs Einrichten bekommen“, erzählt die 34-Jährige, die in Oberfranken aufgewachsen ist.

 

Nach einer Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin studierte sie Germanistik, blieb aber in der Gastronomie hängen, wie sie erzählt. Kennengelernt hat sie ihren Partner in Würzburg, wo Felix Geografie und BWL studierte. Aus der dortigen Universität stammt auch der hölzerne Esstisch, der damals Platz für Plastikmöbel machen musste. Ein echter Hingucker auf dem Tisch ist der bunte Tulpenstrauß, ein Mitbringsel der Großeltern vom vergangenen Osterwochenende – ein netter Blumengruß.

Spiegel, Holz und Meer

Aus Holz sind in der Vier-Zimmer-Wohnung auch die Dielen, die für eine gewisse Grundgemütlichkeit im Zuhause sorgen. Spiegel – von kleinen Handspiegeln vom Flohmarkt bis zu größeren an Schränken – weiten die Räume und eröffnen neue Perspektiven. Ein schwedischer Holzofen im Wohn- und Essbereich bollert an kalten Abenden der kleinen Familie eine wohlige Wärme ins Zimmer. Links und rechts vom grauen Sofa, das übrigens neu gekauft wurde, hängen selbstkreierte Hängelampen aus gehäkelten Deckchen vom Flohmarkt.


„Viele Möbel stammen aus unserer Zeit in Bayern, wo viele Dinge auf dem Sperrmüll landen. Wir haben sie mitgenommen und von meinem Vater, der Schreiner war, aufarbeiten lassen“, berichtet die zweifache Mutter. Hinter einem weißen Holzstuhl, der auch ein Fundstück ist, hängt ein Porträt einer jungen Frau, fotografiert von Felix Brokbals. Ein Bamberger Fotograf, den Vroni in dessen Kindheit als Babysitterin betreute.

Ihre Tochter Mia ist mittlerweile in ihrem Bettchen im elterlichen Schlafzimmer eingeschlummert – eingerahmt von einer Wimpelkette aus Stoffresten und einem Foto mit einem Segelboot auf stürmischer See. Das maritime Bild nehme ich in Gedanken mit auf meinen Rückweg – genauso wie Vronis herzliches Lachen.

360-Grad-Blick in die gute Stube

4 Gedanken zu “Vintage in der guten Stube

  1. Friseur Kleinekorte fehlen die Worte

    Ohne Werbelink scheint es nicht mehr zu gehen oder? Zum restlichen Sammelschnickschnack fehlen mir die Worte und fühle mich teilweise spontan als Franke, denn Würzburg und Bamberg dürften in Franken (so bezeichnen es die Leute dort!) liegen.

  2. Regina

    Lieber Friseur,

    wenn Ihnen die Worte fehlen, dann verstehe ich Ihren Kommentar nicht.

    Schöne Grüße

  3. Luxushippie

    Eine Einrichtung, freundlich und fröhlich, die auch dem Zufälligen, Spontanen Raum lässt. Hier wäre ich auch gerne Kind gewesen!
    Der sympathischen Familie ein wunderschönes Leben :))))
    und liebe Grüße

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